Erfahrungen mit dem Ausdrucksmalen: Aus der Seele malen

Was bringt Sie dazu, in mein Malatelier zu kommen?
Es ist das Bedürfnis, Ihre Einzigartigkeit auszudrücken.

Ich komme im Malatelier an und weiß nicht, was ich malen will...

Als ich den Malraum betrete, denke ich plötzlich: "Rosa". Ich hole mir also ein großes, weißes Blatt und hefte es an die Wand. Ich gehe an den Maltisch, der mitten im Raum steht mit vielen bunten Farbtöpfchen. Zu jeder Farbe gehören zwei Pinsel. Ich tauche den Pinsel kräftig in die rosa Farbe ein (diese Farbe nehme ich fast nie, fällt mir auf). Einige dicke Pinselstriche kommen auf mein Blatt. Ich will das ganze Blatt mit rosa Farbe bemalen, das weiß ich jetzt. Ich nehme mir einen Schwamm und dazu eine kleine Malpalette, tunke den Schwamm ein und ziehe diesen von links nach rechts, immer wieder untereinander, von oben angefangen über das ganze Blatt. Es wirkt für mich wie ein rosa Parkettboden. Jetzt kommt mir die Idee auf diesen "rosa Parkettboden" eine weiße Vase mit weißen Blumen zu stellen. Es ist eine Phantasieblume, die direkt mit der einzigen Blüte nach oben zeigt. Die Blätter dieser Blume scheinen auf den Boden zu "fließen". Ein Blatt links, ein Blatt rechts. An der Form der Blätter probiere ich immer wieder herum. Die ursprüngliche, schlanke Form, verbreitere ich in der Mitte und lasse sie dann schmal zu einer Spitze auslaufen.

Erfahrungen mit dem Ausdrucksmalen

Auf einmal erscheinen mir die Blätter links und rechts wie Schultern und ich beginne, weiterhin in weiß noch mehr diese Form herauszuarbeiten und aus der Vase forme ich allmählich den Oberkörper. Die Blume verwandelt sich zu Hals und Kopf, wobei der Kopf "ursprünglich" bleibt (d.h. er bekommt kein Gesicht). Zwei andere Malerinnen sind noch im Raum, die haben neben ihrem eigenen Malen, auch zwischendurch mit etwas Spannung beobachten, wie mein Bild sich verändert und sagen mir spontan, ich brauche ein zweites Blatt, um auch den unteren Teil des Körpers hinzuzufügen; selber finde ich das jetzt auch. Ich hole mir das zweite Blatt, mache wieder erst den rosa Untergrund wie vorher mit Schwamm, und warte bis es trocken ist, um, dann in weiß zwei Beine (stehend) dazu zu malen.

Ich betrachte das Bild und führe undeutlich noch Hände und Füße aus, wobei mir wichtig ist, jeweils 10 Finger und Zehen darzustellen - aber mehr als Tupfen. Das Gemalte will ich jetzt nicht mehr verändern, es bleibt so, ich setze meinen Namen darunter.

Die Kunsttherapeutin setzt später Datum und Name auf die Rückseite dazu und bewahrt es auf.

Beurteilung und Meinungen über das Bild

  • Von mir: Ich erkenne eine durchscheinende Gestalt.
  • Von den Mitmalerinnen: Sie sehen darin sehr viel Leichtigkeit und meinen das Gesicht ist noch im Werden (übertragener Sinn); die Beine sehen sie umhüllt von einer Gymnastikhose - deutet auf Bewegung hin.
  • Von der Therapeutin: Sie erklärt mir, die rosa Farbe gelte als Heilfarbe (dies wusste ich nicht) - sie meint, jetzt würde unbedingt mein Heilprozess gut fortschreiten, bei soviel rosa Farbe.

Persönlicher Hintergrund

Ich war zu dieser Zeit krank - vor allem Schulterbeschwerden, mein Skelett, Muskeln und Nerven waren insgesamt angeschlagen. (Beruf: Altenpflegerin, die auf Rente zugeht). Ich mache noch gleichzeitig andere Therapien (Gespräche und Körperbalance), wo ich versuche mein Leben in Gedanken und Bewegung leichter zu gestalten.

C.W.N.

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